19.Spieltag: Fußball Bundesliga

Eintracht Braunschweig – Borussia Dortmund (1:2), 31.01.14
Erstes Spiel des Wochenendes und die ersten Aufreger. Ging die Begegnung zwar sehr zweikampftbetont, doch nicht unfair los, wurde es zunehmend hektischer an der Hamburger Strasse. Im Zuge dieser Hektik pfiff auch Schiedsrichter Marco Fritz immer kleinlicher. Ihm unterliefen dabei bis zur Schlussphase wenig Fehler, allerdings erstickte er dadurch sämtlichen noch vorhandenen Spielfluss. Zum Ende hin lag der Referee zweimal daneben. So ahndete er ein klares Foulspiel an Robert Lewandowski nach dessen Rückpass vom Fünfmeterraum in der 84. Minute nicht und versagte den Borussen somit einen Elfmeter. Wenig später ereignete sich ebenso auf der anderen Seite eine strittige Szene. Nach Kessels Flanke in der letzten Spielminute wird der Ball von Schmelzers Unterarm abgeblockt, wobei sich dieser zum Spielgerät hin bewegte. In dieser Situation profitierten also die Dortmunder, da ein Strafstoß durchaus vertretbar gewesen wäre.
Alles in allem kein wirklich souveräner Auftritt, mit zwei gravierenden Fehlern. Fritz, Note 5

Hertha BSC – 1.FC Nürnberg (1:3), 02.02.14
Für den größten Aufreger des Spieltags sorgte wohl der Unparteiische Weiner beim Gastspiel der Nürnberger in Berlin. Aber gehen wir chronologisch vor. Zweite Minute, erste Gelbe Karte für van den Bergh. Erschien es im ersten Moment noch zu früh für diese Verwarnung, muss man im Nachhinein sagen, dass Weiner dadurch ein klares Zeichen setzte, welches die Spieler verstanden. So kam es erst gut 10 Minuten vor der Pause zum nächsten gelbwürdigen Vergehen vom Franken Frantz, welches ebenso korrekt bestraft wurde. Mit Beginn der zweiten Hälfte bekam der Referee erste Probleme. Hier ahndete er nach 64 Minuten Ronnys erstes Einschreiten, korrekterweise, mit Gelb, während der Tabellen-16. gefühlt alle 30 Sekunden foulte, jedoch von Karten unverschont blieb. Dies änderte sich erst mit Feulners fünften Foul (71.). Kurz zuvor übersah der Schiedsrichter darüberhinaus ein Handspiel in der Mauer nach einem Ronny Freistoß.
Kommen wir nun zur Schlussphase und der drängendsten Frage der Partie: Wie ist die Szene in der 88. Minute zu bewerten? Was war geschehen: Schäfer klärt einen Ball an der eigenem Grundlinie in die Mitte des Spielfeldes. Dort wird dieser aus knapp 40 Meter direkt von Ronny aufs Tor befördert. Das sichere Tor des Monats Februar wird hier von Petrak regelwidrig mit der Hand geklärt. Weiners erste Reaktion: Elfmeter und Rote Karte. Aufregung in der Nürnberger Defensive, woraufhin sich der Schiedsrichter an seinen Assistenten wendet. Jenes Gespräch bewirkt eine Rücknahme der Entscheidung, Spielfortsetzung indirekter Freistoß für die Clubberer. Ramos behinderte Schäfer bei der Rückkehr ins Tor, wobei er sich im Abseits aufhielt. Trotzdem: klare Fehlentscheidung. Warum? In Punkt 11 des DFB Regelwerks heißt es unter anderem:

Ein Spieler wird nur dann für seine Abseitsstellung bestraft, wenn er […] einen Gegner beeinflusst, …

(S. 71).
Im folgenden wird dies so definiert:

Einen Gegner beeinflussen heißt, dass der Spieler einen Gegenspieler daran hindert, den Ball zu spielen oder spielen zu können,…

(S. 72).
Der Torhüter der Franken hat im dieser Situation allerdings nicht mal ansatzweise die Chance, den Ronny Schuss noch zu erreichen. Den Berlinern wurde somit ein Elfmeter so wie eine Überzahl in der Schlussphase verwehrt. Der Strafstoß für die Nürnberger wenige Sekunden vor Schluss war dagegen die definitiv korrekte Entscheidung. Dennoch: Da die falsche Bewertung der Situation um Ramos, Schäfer und Petrak nicht auf einem schlechten Blick auf diese, sondern auf eine mangelhafte Regelkunde zurückzuführen ist, bleibt nur ein Schluss: Weiner, Note 6.

FC Bayern München – Eintracht Frankfurt (5:0), 02.02.14
Zu dieser Partie gibt es wenig zu sagen. Die Münchner waren im eigenen Stadion so dermaßen überlegen, dass die Frankfurter nicht mal in die Zweikämpfe kamen, geschweige denn Fouls begehen konnten. Florian Meyer leitete die Begegnung daher ohne Probleme und schritt sofort ein, als doch mal so etwas wie Unruhe aufkam. Beispielhaft dient hier eine Szene: Ein Eintracht-Verteidiger wirft den Ball nach einer Entscheidung gegen sich weg. Normalerweise verwarnungswürdig, aber auch hier behielt der Referee die Nerven, erinnerte den Spieler daran wie es steht und dass er solche Kindereien bitte unterlassen solle. Einige kleinere Fehler schlichen sich zwar ein, der Gesamteindruck leidet darunter jedoch nicht wirklich.
Meyer, Note 2.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos

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18.Spieltag: Fußball Bundesliga

Borussia M’Gladbach – Bayern München (0:2), 24.01.14
Gestartet wurde die Rückrunde mit einem echten Topspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Herbstmeister Bayern München. Für diese prestigeträchtige Begegnung brauchte es somit auch einen erfahrenen Unparteiischen. Peter Gagelmann erfüllt dieses Kriterium ohne Zweifel. Der gebürtige Bremer hatte in Hälfte eins keine Probleme, da das Spiel von ballsicheren Münchnern dominiert wurde und die Borussen sich nicht zu dummen Foulspielen hinreißen ließen. Die erste knifflige Szene ereignete sich schließlich in Minute 53, als der Ball nach einer turbulenten Strafraumszene schlussendlich von Thiagos Fuß an Xhakas Arm sprang. Herr Gagelmann bewertete auch diese Situation korrekt, da der Schweizer sich aktiv zum Ball bewegte. Der folgerichtige Elfmeter führte zum vorentscheidenden 2:0. In Folge der Gladbacher Schlussoffensive kam es dann etwas vermehrt zu gelbwürdigen Vergehen, die jedoch mit Ausnahme eines Handspiels von Dante alle absolut richtig geahndet wurden. Allgemein kann man sagen, dass das auffälligste am Schiedsrichter seine Unauffälligkeit war.
Daher fällt die abschließende Benotung nicht schwer: Gagelmann, Note 1.

Borussia Dortmund – FC Augsburg (2:2), 25.01.14
Am Samstagnachmittag traf der Tabellenvierte aus Dortmund im Signal-Iduna-Park auf die achtplatzierten Augsburger. Geleitet wurde das Spiel vom Wiesbadener Tobias Welz. In einer sehr zerfahrenen Partie hatte auch der Unparteiische leichte Probleme. So lag er zwar bei den spielentscheidenden Situationen, wie den Freistoßentscheidungen, die zu den Dortmunder Toren führten, richtig, jedoch ließ er bei der Kartenvergabe eine klare Linie vermissen. Hier zeigte er auf BVB Seite zweimal korrekterweise den gelben Karton nach taktischen Foulspielen von Sokratis und Bender, allerdings blieb bei vergleichbaren Aktionen von Vogt und Baier die Verwarnung aus. Desweiteren verhinderte ein Pfiff eine gute Möglichkeit des Gabuners Aubameyang, der bei Ballabgabe deutlich nicht im Abseits stand.
Keine souveräne Leistung des 36-jährigen, jedoch ohne krasse Fehler.
Welz, Note 4.

Eintracht Frankfurt – Hertha BSC (1:0), 25.01.14
Zum Abschluss des Fußballsamstags das „Topspiel“ in der Mainmetropole, welches sich zugegebenermaßen nicht als solches erwies. Unterirdische Leistungen beider Mannschaften in einer Begegnung, die gefühlt mehr Fehlpässe als angekommene Zuspiele aufwies. Der Unparteiische der Partie Dr. Jochen Drees fügte sich dort nahtlos ein. Nachdem ihm in Halbzeit eins nur kleinere Fehler unterliefen, hatte er in der zweiten Hälfte vor allem mit dem Duell Ramos gegen Zambrano zu kämpfen. Der für seine unfaire Spielweise bekannte Peruaner agierte nach gutem Beginn vermehrt am Rande der Legalität. Noch im ersten Spielabschnitt kassierten sowohl er als auch der Kolumbianer auf der Gegenseite die gelbe Karte. Über die gesamte Spielzeit gab es in diesem Duell immer wieder diverse Nickligkeiten, welche der Arzt aus Mainz nicht zu unterbinden wusste. Den Höhepunkt dieser Auseinandersetzung stellte dann die 71. Minute dar: Adrian Ramos ist auf dem Weg zum Frankfurter Tor und wird zunächst regelkonform von Zambrano abgedrängt. Als dieser jedoch feststellt, dass der schnelle Kolumbianer ihn eventuell noch einholen könnte, schlägt er diesem erst mit dem linken Ellbogen ins Gesicht, um dann mit der rechten Hand noch einmal nachzulegen. Der Schiedsrichter übersah dies vollkommen und verhängte daher weder den fälligen Strafstoß noch die gelb-rote Karte für den Frankfurter Innenverteidiger. Ab diesem Punkt tat sich der Spielleiter immer schwerer, Zweikämpfe richtig zu bewerten. Auch die Nachspielzeit fiel aufgrund der vielen Zwischenfälle etwas zu kurz aus.
Viele unglückliche, einige klare Fehlentscheidungen, daher: Drees, Note 5.

Werder Bremen – Eintracht Braunschweig (0:0), 26.01.14
Ein echtes Nordderby zum Auftakt des ersten Bundesligasonntags im neuen Jahr. Da braucht es natürlich auch einen guten Unparteiischen. Die Ansetzer beim DFB entschieden sich für unseren zukünftigen WM-Schiedsrichter Felix Brych und lagen damit richtig. Auf die leichten Unruhen im Braunschweiger Fanblock reagierte sofort souverän und veranlasste eine Stadiondurchsage. Die Partie konnte zügig fortgesetzt werden und die Akteure auf dem Feld bereiteten dem Referee weit weniger Probleme. In einer leicht zu leitenden Begegnung ließ ihn nur einmal sein Assistent im Stich, als dieser Elia in Minute 59 im Abseits wähnte, was sich jedoch als falsch erwies. Aufgrund seines ruhigen und souveränen Auftritts kann man mit einem zugedrückten Auge noch sagen: Brych, Note 3.

Hamburger SV – Schalke 04 (0:3), 26.01.14
In einem von Anfang an einseitigem Spiel hatte der Unparteiische Sippel keine großen Probleme, erwies sich allerdings auch nicht als fehlerfrei. Zwei falsche Abseitsentscheidungen in der ersten Viertelstunde gegen den Schalker Fuchs waren zu verzeichnen, ehe die erste knifflige Szene folgte. Minute 36: der Ball fällt nach einer Hamburger Standardsituation von oben auf den Arm von Santana, berührt jedoch zeitgleich auch selbigen von Westermann, was die Entscheidung „weiterspielen“ rechtfertigt. Wenig später hätte das viel diskutierte Freistoßspray wohl geholfen, als der Schiedsrichter, auch nach mehrfacher Aufforderung durch Calhanoglu und van der Vaart, den offensichtlich viel zu geringen Abstand der Mauer nicht korrigierte. Richtig bewertet wurde ebenfalls die Szene vor dem 0:2, als Farfan zwar mit gestrecktem Bein zum Ball geht, aber noch weit genug weg von Torhüter Drobny, um es als gefährliches Spiel zu ahnden. Nach dem 0:3 durch Meyer war die Partie entschieden und endete ohne weitere nennenswerte Aktionen.
Alles in allem, kleinere Fehler, in den entscheidenden Momenten aber zur Stelle: Sippel, Note 3.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos

Kurz und Knapp: Worum geht’s?

Deutschland galt und gilt international als Land guter Schiedsrichter, doch dies wurde zuletzt auf nationaler Ebene immer weiter in Frage gestellt.
Machen die Unparteiischen wirklich mehr Fehler als früher oder ist das reiner Populismus aufgrund der höheren medialen Aufmerksamkeit?
Um hierauf eine Antwort zu finden, werde ich Schiedsrichterleistungen, vor allem in der Bundesliga, aber auch international, genauer unter die Lupe nehmen. Bewertet werden hierbei drei Faktoren: das Auftreten des Spielleiters, seine möglichst konsequente Linie und natürlich Fehlentscheidungen. Die Leistungen der Assistenten fließen mit in die Gesamtnote ein, da dass Schiedsrichterkollektiv immer als Team gesehen werden muss.
Eine gute Hilfe bei diesen Einschätzungen stellt dabei meine Erfahrung in diesen Gebiet dar, weil ich selber über mehrere Jahre im Junioren- und Männerbereich selber diese Tätigkeit ausübte. Daher wird hier sowohl der Blick aus Fansicht als auch aus der Perspektive des Unparteiischen einfließen. Bitte habt Verständnis, dass hier nicht jedes Match erfasst wird. Analysiert werden nur Spiele, die ich vollständig verfolgen konnte, schlicht und einfach um Populismus vorzubeugen.
Also dann, ich hoffe, ihr werdet die Berichterstattung in diesem Blog aufmerksam verfolgen.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos