21.Spieltag: Fußball Bundesliga

Mainz 05 – Hannover 96 (2:0), 14.02.14
Zu Beginn von Spieltag 21 konnte man ein ausgeglichenes Match in der Mainzer Coface Arena erwarten. Und so kam es auch. Die gastierenden Hannoveraner, vor allem in den ersten 45 Minuten mit Übergewicht, versuchten zwar ein wenig Spielfluss herzustellen, zeigten sich allerdings nicht in der Lage, Chancen zu kreieren. So entstand eine sehr taktikgeprägte Begegnung, in der durch das gute Verschieben der Abwehrreihen kaum Lücken entstanden und die Angreifer wenig Zweikämpfe suchten. Daher musste auch Schiedsrichter Manuel Gräfe selten eingreifen und verhängte in der ersten Hälfte nur einen gelben Karton an Schulz in Folge eines taktischen Fouls. Nach dem Seitenwechsel suchten auch die 05er vermehrt den Weg zum Tor, wodurch sie bereits sehr früh durch Mallis Tor belohnt wurden. Dieser stand beim Pass von Müller eindeutig nicht im Abseits, was das Unparteiischengespann erkannte. Mit der Führung im Rücken wirkte das Heimteam sicherer und geriet selten in Gefahr. Einen Zweikampf zwischen Geis und Bittencourt bewertete der Referee dann als Schwalbe des Ex-Cottbussers, was zu hart war, da Geis ihn zwar nicht elfmeterreif stoppte, ihn dennoch leicht berührte. Generell ein ausgesprochen ruhiges Auftreten von Herrn Gräfe, welches sich auch in guter Vorteilsauslegung bemerkbar machte (Gelb Prib nachdem zunächst der Mainzer Konter ausgespielt wurde, 65.). Auch in der Schlussphase zeigte er eine gute Zweikampfbewertung (kein Foul an Huszti, fällt in Díaz rein, 81.; Gelb für Zimling nach hartem Foul, 85.). Eine Szene abseits des Balls übersah der Spielleiter indes. Okazaki foult im Hannoveraner Strafraum Hoffmann, was richtigerweise unterbunden wurde, wonach allerdings dieser am Boden liegend gegen den Japaner nachtrat und mindestens mit Gelb hätte bestraft werden müssen. Zur Kenntnis nahmen dies weder der Hauptschiedsrichter noch sein Assistent.
Zusammengefasst also eine Partie ohne große Belastungen für die Unparteiischen, bei der trotzdem nicht alles fehlerfrei lief, daher: Gräfe, Note 3.
FC Bayern München – SC Freiburg (4:0), 15.02.14
Schiedsrichter Winkmann leitete diese einseitige Paarung alles andere als souverän. In einem Spiel, in dem die Freiburger, ähnlich wie zuletzt der Club, den Bayern durch eine aggressive Spielweise in der Anfangsphase Probleme bereiteten, ohne dabei wie die Roten überhart zu agieren, verlor Winkmann etwas die Übersicht. Den Münchnern gelang dann erst nach einer Standardsituation in Minute 18 die Führung, Günter sollte Robben an der rechten Strafraumkante gefoult haben. Was zunächst eindeutig erschien, erweist sich in den Zeitlupenbildern als falsch, da sich der Niederländer mit dem Arm zuerst einhakte, ehe er zu Fall kam. Ziemlich genau eine Viertelstunde später übersah Winkmann jedoch ein Foul in Sechzehnernähe an Robben. Durch dieses 1:0 wurden die Weichen allerdings früh auf Heimsieg gestellt und der Rekordmeister erhöhte bis kurz vor der Pause auf 3:0. Müller stand bei diesem Schussversuch von Shaqiri auf gleicher Höhe mit den Freiburger Verteidigern, als er diesen abfälschte. Kurz danach pfiff der Unparteiische andererseits zu Unrecht den Anschlusstreffer von Mehmedi zurück, der bei Günters Flanke deutlich nicht regelwidrig postiert war. Da das Spiel nun entschieden war, blieb es in der zweiten Halbzeit wesentlich ruhiger. Lediglich Kroos und Dante kassierten nach zwei taktischen Fouls jeweils zurecht die gelbe Karte.
Zwei Fehlentscheidungen, die unmittelbar zu Toren beziehungsweise nicht gegebenen Toren führten, darüberhinaus kleinere Unsicherheiten, daher: Winkmann, Note 5.
Bayer 04 Leverkusen – Schalke 04 (1:2), 15.02.14
Im Topspiel zeigte auch der Unparteiische eine ordentliche Leistung. Michael Weiner und seine Assistenten musste zum ersten Mal in Minute 7 eine knifflige Entscheidung fällen und wähnten Gonzalo Castro zurecht im Abseits. Bei der nächsten zu besprechenden Szene hätte man sich ein wenig mehr Konsequenz gewünscht, als Son durch eine klare Schwalbe einen Elfmeter zu schinden versucht. Folgerichtig blieb der Strafstoßpfiff aus, die fällige Verwarnung allerdings auch. Die ersten härteren Vergehen beider Mannschaften (Spahic, 30.; Goretzka, 33.) ahndete Weiner korrekt und verwarnte beide. Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts wird Farfan dann von Boenisch auf dem Weg zum Tor gelegt, ohne dabei jedoch die Kriterien einer Notbremse zu erfüllen. Gelb somit die richtige Entscheidung. Einzig Emre Can erhielt etwas zu spät den gelben Karton (83.), da er schon über die komplette Spielzeit durch eine aggressive und nicklige Zweikampfführung auffiel. Außerdem war bei Farfans Handspiel in der Nachspielzeit eher keine Absicht zu erkennen, was die gelbe Karte überzogen erscheinen lässt. Nur leichte Fehlentscheidungen, nichts spielentscheidendes, daher: Weiner, Note 3.
FC Augsburg – 1.FC Nürnberg (0:1), 16.02.14
Schwaben gegen Franken, ein bayrisches Derby bedeutet meist ein intensives und zweikampfbetontes Spiel. Dies bestätige sich zwar nicht in besonders großen Maße, dennoch schien ein guter Schiedsrichter angebracht. Und mit seiner Leistung rechtfertigte Dr. Felix Brych sowohl seine Einstufung in diese Kategorie als auch seine Nominierung für die künftige Weltmeisterschaft. Immer auf Ballhöhe glänzte er mit einer guten Zweikampfbewertung, starker Vorteilsauslegung und einer ruhigen Ausstrahlung. Der Referee erkannte die zwar intensive, aber dennoch meist faire Zweikampfführung und warf daher nicht mit gelben Karten um sich, sondern beruhigte und ermahnte stattdessen. Dadurch kam wenig Unruhe auf, selbst als Milik aufgrund einer Schwalbe, übrigens zurecht, verwarnt wurde (27.). Ebenso gingen die vier anderen Verwarnungen, allesamt wegen Foulspiel, in Ordnung (Kiyotake, 26.; Drmic, 42.; Ostrzolek, 67.; Campana, 90.+2). Auch in der einzigst strittigen Situation war Brych zur Stelle, als das Spielgerät Plattenhardt von oben an Arm sprang, dieser sich allerdings sowohl im Sprint befand, als auch mit dem Rücken zum Ball. Der Elfmeter blieb somit korrekterweise aus.
Eine Leistung ohne wirkliche Fehler, dazu die Begegnung immer im Griff, daher: Brych, Note 1.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos

Werbeanzeigen

19.Spieltag: Fußball Bundesliga

Eintracht Braunschweig – Borussia Dortmund (1:2), 31.01.14
Erstes Spiel des Wochenendes und die ersten Aufreger. Ging die Begegnung zwar sehr zweikampftbetont, doch nicht unfair los, wurde es zunehmend hektischer an der Hamburger Strasse. Im Zuge dieser Hektik pfiff auch Schiedsrichter Marco Fritz immer kleinlicher. Ihm unterliefen dabei bis zur Schlussphase wenig Fehler, allerdings erstickte er dadurch sämtlichen noch vorhandenen Spielfluss. Zum Ende hin lag der Referee zweimal daneben. So ahndete er ein klares Foulspiel an Robert Lewandowski nach dessen Rückpass vom Fünfmeterraum in der 84. Minute nicht und versagte den Borussen somit einen Elfmeter. Wenig später ereignete sich ebenso auf der anderen Seite eine strittige Szene. Nach Kessels Flanke in der letzten Spielminute wird der Ball von Schmelzers Unterarm abgeblockt, wobei sich dieser zum Spielgerät hin bewegte. In dieser Situation profitierten also die Dortmunder, da ein Strafstoß durchaus vertretbar gewesen wäre.
Alles in allem kein wirklich souveräner Auftritt, mit zwei gravierenden Fehlern. Fritz, Note 5

Hertha BSC – 1.FC Nürnberg (1:3), 02.02.14
Für den größten Aufreger des Spieltags sorgte wohl der Unparteiische Weiner beim Gastspiel der Nürnberger in Berlin. Aber gehen wir chronologisch vor. Zweite Minute, erste Gelbe Karte für van den Bergh. Erschien es im ersten Moment noch zu früh für diese Verwarnung, muss man im Nachhinein sagen, dass Weiner dadurch ein klares Zeichen setzte, welches die Spieler verstanden. So kam es erst gut 10 Minuten vor der Pause zum nächsten gelbwürdigen Vergehen vom Franken Frantz, welches ebenso korrekt bestraft wurde. Mit Beginn der zweiten Hälfte bekam der Referee erste Probleme. Hier ahndete er nach 64 Minuten Ronnys erstes Einschreiten, korrekterweise, mit Gelb, während der Tabellen-16. gefühlt alle 30 Sekunden foulte, jedoch von Karten unverschont blieb. Dies änderte sich erst mit Feulners fünften Foul (71.). Kurz zuvor übersah der Schiedsrichter darüberhinaus ein Handspiel in der Mauer nach einem Ronny Freistoß.
Kommen wir nun zur Schlussphase und der drängendsten Frage der Partie: Wie ist die Szene in der 88. Minute zu bewerten? Was war geschehen: Schäfer klärt einen Ball an der eigenem Grundlinie in die Mitte des Spielfeldes. Dort wird dieser aus knapp 40 Meter direkt von Ronny aufs Tor befördert. Das sichere Tor des Monats Februar wird hier von Petrak regelwidrig mit der Hand geklärt. Weiners erste Reaktion: Elfmeter und Rote Karte. Aufregung in der Nürnberger Defensive, woraufhin sich der Schiedsrichter an seinen Assistenten wendet. Jenes Gespräch bewirkt eine Rücknahme der Entscheidung, Spielfortsetzung indirekter Freistoß für die Clubberer. Ramos behinderte Schäfer bei der Rückkehr ins Tor, wobei er sich im Abseits aufhielt. Trotzdem: klare Fehlentscheidung. Warum? In Punkt 11 des DFB Regelwerks heißt es unter anderem:

Ein Spieler wird nur dann für seine Abseitsstellung bestraft, wenn er […] einen Gegner beeinflusst, …

(S. 71).
Im folgenden wird dies so definiert:

Einen Gegner beeinflussen heißt, dass der Spieler einen Gegenspieler daran hindert, den Ball zu spielen oder spielen zu können,…

(S. 72).
Der Torhüter der Franken hat im dieser Situation allerdings nicht mal ansatzweise die Chance, den Ronny Schuss noch zu erreichen. Den Berlinern wurde somit ein Elfmeter so wie eine Überzahl in der Schlussphase verwehrt. Der Strafstoß für die Nürnberger wenige Sekunden vor Schluss war dagegen die definitiv korrekte Entscheidung. Dennoch: Da die falsche Bewertung der Situation um Ramos, Schäfer und Petrak nicht auf einem schlechten Blick auf diese, sondern auf eine mangelhafte Regelkunde zurückzuführen ist, bleibt nur ein Schluss: Weiner, Note 6.

FC Bayern München – Eintracht Frankfurt (5:0), 02.02.14
Zu dieser Partie gibt es wenig zu sagen. Die Münchner waren im eigenen Stadion so dermaßen überlegen, dass die Frankfurter nicht mal in die Zweikämpfe kamen, geschweige denn Fouls begehen konnten. Florian Meyer leitete die Begegnung daher ohne Probleme und schritt sofort ein, als doch mal so etwas wie Unruhe aufkam. Beispielhaft dient hier eine Szene: Ein Eintracht-Verteidiger wirft den Ball nach einer Entscheidung gegen sich weg. Normalerweise verwarnungswürdig, aber auch hier behielt der Referee die Nerven, erinnerte den Spieler daran wie es steht und dass er solche Kindereien bitte unterlassen solle. Einige kleinere Fehler schlichen sich zwar ein, der Gesamteindruck leidet darunter jedoch nicht wirklich.
Meyer, Note 2.

In diesem Sinne,
Euer Zeitlos